St. Christophorus

 
Kirche St. Christophorus

St. Chris­to­pho­rus, frü­her St. Johan­nes Bapt., ist eine katho­li­sche Pfarr­kir­che in Wer­ne an der Lip­pe, deren Chor und Schiff das Bild der Wer­ner Alt­stadt prä­gen.

St. Chris­to­pho­rus, frü­her St. Johan­nes Bapt., ist eine katho­li­sche Pfarr­kir­che in Wer­ne an der Lip­pe, deren Chor und Schiff das Bild der Wer­ner Alt­stadt prä­gen.

Geschichte

Die ursprüng­li­che Pfar­rei wur­de bereits im 11. Jahr­hun­dert urkund­lich erwähnt. Von 1139 bis 1803 gehör­te sie zum unweit gele­ge­nen Klos­ter Cap­pen­berg. Nach Brän­den und Ein­sturz des Tur­mes der Wer­ner Kir­che in der ers­ten Hälf­te des 15. Jahr­hun­derts wur­de der west­li­che Teil um 1450 durch Meis­ter Rose­er, den Erbau­er des gro­ßen Rat­schors der Dort­mun­der Reinol­di­kir­che erneu­ert. Bei Aus­schach­tungs­ar­bei­ten im Inne­ren der Kir­che ent­deck­te man Mau­er­res­te einer roma­ni­schen Kir­che.

Das Patro­zi­ni­um des hl. Chris­to­pho­rus geht unter ande­rem auf die beson­de­re Bedeu­tung die­ses Hei­li­gen für die Stadt Wer­ne zurück, nach dem neben der Kir­che ein Kran­ken­haus und ein Gym­na­si­um benannt sind und der sich im Wer­ner Wap­pen am alten Rat­haus wie­der­fin­det. In der Kir­che ist eine über­le­bens­gro­ße Lin­den­holz­fi­gur des Hei­li­gen auf­ge­stellt, die der in Müns­ter ansäs­si­ge Bild­hau­er Johann Adam Ney um 1840 geschaf­fen hat.

Im Rah­men von Reno­vie­rungs­ar­bei­ten der Kir­che fan­den 1995 archäo­lo­gi­sche Gra­bun­gen statt, bei denen das Grab eines Pries­ters ent­deckt wur­de. Dazu leg­te man eine ca. 200 Jah­re älte­re Kasel frei, die durch ihre kunst­vol­le Orna­men­tik auf­fällt. Nach der zwei­jäh­ri­gen Restau­rie­rung wur­de sie in einem eigens dafür geschaf­fe­nen Raum im nahe gele­ge­nen Karl-Pol­len­der-Stadt­mu­se­um aus­ge­stellt.

Ausstattung

Im Inne­ren der 1995 bis 1998 restau­rier­ten Kir­che sind heu­te ein acht­ecki­ger, spät­go­ti­scher Tauf­stein mit Reli­efs, eine Dop­pel­m­a­don­na aus dem 15. Jahr­hun­dert und die Fens­ter des Chor­rau­mes sehens­wert. Die­se wur­den Anfang des 20. Jahr­hun­derts ein­ge­setzt und zäh­len zu den größ­ten in West­fa­len. Sie gehö­ren zu den wert­volls­ten Aus­stat­tungs­ge­gen­stän­den der Kir­che.

Orgel

Die Orgel wur­de in den Jah­ren 1914 bis 1918 von Ernst Sei­fert erbaut. Das spät­ro­man­tisch dis­po­nier­te Instru­ment hat 55 Regis­ter auf drei Manua­len und Pedal. Es ist mit Mem­bran­la­den aus­ge­stat­tet. Die Spiel- und Regis­tertrak­tu­ren waren zunächst pneu­ma­tisch. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Instru­ment mit elek­tri­schen Trak­tu­ren aus­ge­stat­tet. Außer­dem wur­de die Dis­po­si­ti­on im Sin­ne der Orgel­be­we­gung ver­än­dert. In den Jah­ren 1995–1997 wur­de das Instru­ment im Zuge der Kir­chen­re­no­vie­rung grund­le­gend saniert und in den klang­li­chen Zustand von 1918 zurück­ver­setzt.

I Haupt­werk C–f3 II Posi­tiv C–f3 III Schwell­werk C–f3 Pedal C–f1
Prin­zi­pal 16′ Sali­cio­nal 16′ Liebl. Gedackt 16′ Prin­zi­pal­baß 16′
Bor­dun 16′ Gei­gen­prin­zi­pal 8′ St. Flö­te 8′ Vio­lon 16′
Prin­zi­pal 8′ Gems­horn 8′ Vio­li­ne 8′ Sub­baß 16′
Gam­ba 8′ Vio­la 8′ Har­mo­nief­lö­te 8′ Gedackt­baß 16′
Flaut major 8′ Rohr­flö­te 8′ Quin­ta­tön 8′ Quint­baß 102/3′
Dol­ce 8′ Prin­zi­pal 4′ Aeo­li­ne 8′ Oktav­baß 8′
Gedackt 8′ Tra­vers­flö­te 4′ Vox celestis 8′ Cel­lo 8′
Okta­ve 4′ Vio­la dol­ce 4′ Fuga­ra 4′ Liebl. Gedackt 8′
Rohr­flö­te 4′ Wald­flö­te 2′ Flau­to 4′ Okta­ve 4′
Quin­te 22/3′ Ses­quial­ter II 22/3′ Flau­ti­no 2′ Posau­ne 16′
Okta­ve 2′ Lari­got III 2′ Siff­lö­te 1′ Trom­pe­te 8′
Cor­nett IV 4′ Oboe 8′ Har­mo­nia III Trom­pe­te 4′
Mix­tur V 2′ Caril­lon III 4′
Tuba 16′ Trom­pe­te 8′
Trom­pe­te 8′ Cla­ri­net­te 8′
Vox huma­na 8′
  • Kop­peln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
  • Spiel­hil­fen: 64-fache Set­zer­an­la­ge

Glocken

Im Turm hän­gen seit dem Jahr 2016 sie­ben Glo­cken:

  • Kreuz­glo­cke, Ton b°, gegos­sen 1948 von Petit & Edel­b­rock in Gescher.
  • Chris­to­pho­rus­glo­cke, Ton des', gegos­sen 1948 von Petit & Gebr. Edel­b­rock in Gescher.
  • Katha­ri­nen­glo­cke, Ton es', gegos­sen 1423 von Franz/Hans Hal­ler.
  • Josefs­glo­cke, Ton f', gegos­sen 1948 von Petit & Gebr. Edel­b­rock in Gescher.
  • Johan­nes­glo­cke, Ton as', gegos­sen 1948 von Petit & Gebr. Edel­b­rock in Gescher.
  • Jako­bus­glo­cke, Ton b'', gegos­sen 1832 in Ita­li­en.
  • Mag­da­le­nen­glo­cke, Ton des''', gegos­sen im 19. Jahr­hun­dert.

Lizenz

© Urhe­ber­recht für die Fotos auf die­sen Sei­ten bestehen bei Bern­hard Gro­ße-Drenkpohl.
Die­ser Arti­kel basiert auf dem Arti­kel St. Chris­to­pho­rus (Wer­ne) aus der frei­en Enzy­klo­pä­die Wiki­pe­dia und steht unter der Dop­pel­li­zenz GNU-Lizenz für freie Doku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Unpor­ted (Kurz­fas­sung). In der Wiki­pe­dia ist eine Lis­te der Autoren ver­füg­bar.
 Veröffentlicht von am 17:30

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